Hannah Berger

Mein Maturkleid Während der letzten zwei Monate plagte mich öfters die Langeweile. Ich wusste nicht, was ich mit mir anfangen sollte und war auf der Suche nach einem Zeitvertreib. Da fiel mir der verstaubte Korb unter meinem Pult auf, wo meine Nähmaschine seit einigen Jahren ihren Platz hat. Von der dritten bis in die neunte […]

Mein Maturkleid

Während der letzten zwei Monate plagte mich öfters die Langeweile. Ich wusste nicht, was ich mit mir anfangen sollte und war auf der Suche nach einem Zeitvertreib. Da fiel mir der verstaubte Korb unter meinem Pult auf, wo meine Nähmaschine seit einigen Jahren ihren Platz hat. Von der dritten bis in die neunte Klasse hatte ich vier Lektionen die Woche Nähunterricht und dann kamen noch einige Stunden zu Hause an meiner Elna dazu. Mit vierzehn nähte ich einen Flamenco-Rock – mit Schottenmuster – für meine Mutter, was sehr viel Zeit in Anspruch nahm. Aber das Nähen ist mir nie verleidet. Während den Jahren am Gymnasium war ich mit der Schule, den Freunden und dem Sport so beschäftigt, dass ich für das Nähen kaum noch Zeit fand. Ich habe es auch nicht direkt vermisst, aber als ich vor acht Wochen das erste Mal seit längerer Zeit wieder ein Kleidungsstück genäht hatte, wusste ich, dass ich mich in der Quarantäne wieder voll und ganz aufs Nähen konzentrieren kann und so auch verschiedene Ziele vor Augen habe. Ich habe drei paar Hosen, ein T-Shirt und, wie gesagt, mein Maturfeierkleid genäht. Das Motto für den Kreativwettbewerb ist ja «Prima in Corona» und ich habe mir gedacht, dass die Maturfeier der Abschluss unser Gymerkarriere ist und ich diese Feier nie vergessen werde. Dank der letzten paar Wochen zu Hause hatte ich genug Zeit, mir zu überlegen, was ich kreieren will, und es dann auch rechtzeitig fertigzustellen.

Nähen ist die Tätigkeit, mit welcher ich mich am kreativsten und am gekonntesten ausdrücken kann, ohne dass ich mir lange dazu Gedanken machen muss, was ich als Nächstes nähen will.